Über den Film

Synopsis

Berlin in einer schwülen Sommernacht. Etwa zur gleichen Zeit zu der der junge Taxifahrer Shah erfährt, dass er in Kürze Vater wird, steht die 45-jährige Emilia am Abgrund. Als ihr Liebhaber Georg ihr die Beziehung kündigt, liegt die Welt der durchs Leben gezeichneten Alkoholikerin in Trümmern. Nur Augenblicke später fährt der sich auf dem Weg zu seiner jungen Frau befindliche Shah Georg über den Haufen. Als sich Shah über den leblosen Körper des jungen Mannes beugt, entdeckt er Emilias Umrisse auf einem Balkon und rast in Panik davon. Tief enttäuscht entschließt sich Emilia jedoch dazu, nichts zu unternehmen und überlässt ihren Ex-Liebhaber seinem Schicksal. Von Franka, ihrer Nachbarin und Georgs Ehefrau, erfährt sie am nächsten Morgen, dass Georg schwer verletzt wurde und in Lebensgefahr schwebt. Emilia verschweigt jedoch, dass sie einziger Zeuge des Unfalls war. Indes geistert der in seinen Grundfesten erschütterte Shah einsam durch die Straßen der Stadt…

Der Kurzfilm „Tears in Rain“ AT erzählt die außergewöhnliche Geschichte zweier grundlegend unterschiedlicher Menschen, deren Schicksale auf tragische Weise miteinander verknüpft sind. Im nächtlichen Schwarzblau Berlins suchen beide nach einem Ausweg aus ihrer emotionalen Isolation. Beide haben Träume von einem glücklichen Leben, deren Erfüllung durch ein unerwartetes Unglück, an dem sie beteiligt sind, in Frage gestellt wird und sie mit ihren Fehlern und Begierden konfrontiert.

„Tears in Rain“ AT fasst ihre Leiden und ihren inneren Konflikt in Bilder, die dem Zuschauer die dunklen Abgründe, die jeder Mensch in sich trägt, veranschaulichen. Der Film zeigt, dass sich selbst außer acht zu lassen auch immer mit dem Vernachlässigen der Mitmenschen einhergeht. Letztendlich will doch jeder Mensch seinem Leben eine Bedeutung geben – auch von Bedeutung für andere sein – und nicht einfach verschwinden wie Tränen im Regen.

Inspirationen

Was wäre, wenn Edward Hopper einen Film im heutigen Berlin drehen könnte?

Genau diese Frage stellte sich der Drehbuchautor und Regisseur Marco Theophil, als er das Script zu „Tears in Rain“ AT verfasste. Inspiriert von Filmen wie Blade Runner, Taxi Driver, Revolutionary Road, Der Konformist und den Filmen Jim Jarmuschs, beschäftigt sich auch „Tears in Rain“ AT mit von Fehlern behafteten Charakteren, die nach einer gewissen Art von Erlösung suchen und beim Streben nach persönlichem Glück scheitern.

Zentrale Themen des Films sind unter anderen Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit  und innere Zerrissenheit. Die gleichen Themen lassen sich in den Werken Edward Hoppers wiederfinden, die aus diesem Grund auch die visuelle Gestaltung dieses Films beeinflussen. Darunter sind Bilder wie Nighthawks oder Automat. Die Protagonisten der Bilder scheinen apathisch und in ihren Räumlichkeiten gefangen zu sein. Genauso soll auch der Szenenlook von „Tears in Rain“ die Grundideen der Geschichte unterstreichen und den Eindruck des Verlorenseins an einem hoffnungslosen und traurigen Ort vermitteln. Die Bilder werden damit auch zu einer Art Spiegel für das Innenleben und den Gemütszustand der Figuren. Deshalb findet der größte Teil der Handlung entweder nachts oder in geschlossenen Räumen statt und es wird nur am Ende ein blauer Himmel gezeigt. Alles soll künstlich und kalt wirken und gegen Ende regnet es darüber hinaus noch in Strömen.

Über den Titel des Films

“All those moments will be lost in time, like tears in rain. Time to die.”
Rudger Hauer, Blade Runner, 1982

“Tears in Rain” ist ein Zitat aus Ridely Scotts Blade Runner und Teil eines Monologs den sich Rudger Hauer für seine überwältigende Sterbeszene am Ende des Films ausgedacht hatte. [Filmausschnitt]

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